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| + | ====== UMSETZUNG DES 15. NACHHALTIGKEITSZIEL „LEBEN AN LAND“ IM BIOSPHÄRENRESEVAT SCHORFHEIDE-CHORIN ====== | ||
| + | S. Arndt\\ | ||
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| + | Die Schnelligkeit, | ||
| + | 2015 beschlossen die Vereinten Nationen 17 Nachhaltigkeitsziele (engl. Sustainable Development Goals, im Folgenden SDG) als Zukunftsvision für einen bewussteren Umgang des Menschen mit sich und seiner Umwelt. Der Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen mit nachhaltiger Nutzung dieser werden explizit im 15. SDG „Leben an Land“ benannt. Im Weiteren heißt es auch eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder zu fördern (BMZ 2017). Ein Vorbild für die Realisierung solcher Ziele könnten die Biosphärenreservate (im Folgenden BR) des UNESCO (engl. United Nations Educational, | ||
| + | Die gesamte „Entwicklungszone“ im BRSC ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und dient dem Schutz der „Vielfalt, | ||
| + | Das BRSC soll das größte zusammenhängende Ökolandbaugebiet Europas beherbergen (vgl. VON ASTER 2015, BLANKENNAGEL 2010). Ein Musterbeispiel sind die Projekte des Vereins „Ökodorf Brodowin“, | ||
| + | Bislang nimmt der zertifizierte Ökolandbau im BR nur 32,2% (Stand 2013) ein, während konventionelle Landwirtschaft immer noch deutlich die Mehrheit der bewirtschafteten Fläche ausmacht. Dennoch: der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands beträgt lediglich 6,5 % (Stand 2015, UBA 2016). Die Motivation des BR, eine Modellregion für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu sein, ist anhand dieser Zahlen deutlich zu erkennen.\\ | ||
| + | In der „Pflegezone“ (oder auch „Pufferzone“) sollen Erhaltungs- und Entwicklungsziele durch extensive und Ressourcen schonende Nutzungsmodelle erreicht werden. Die Pflegezone ist im BRSC als Naturschutzgebiet festgelegt (MLUL 2017). Somit werden hier, wie im 15. SDG gefordert, die nachhaltige Nutzung von Ökosystemen sowie die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern durchgesetzt. \\ | ||
| + | Die europäischen Buchenwälder prägen als Ökosystem den europäischen Raum in weltweit einzigartiger Weise. Sie beherbergen eine große Vielfalt von Waldgesellschaften, | ||
| + | Ein Praxisbeispiel hierfür ist das Forschungsprojekt „Umsetzung von Zielen der Nationalen Biodiversitätsstrategie in Wäldern: Untersuchung des Einflusses von naturschutzorientierter Bewirtschaftung auf Naturnähe und Biodiversität von Tiefland-Buchenwäldern“. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes untersuchten Wissenschaftler und Praktiker den Einfluss von Bewirtschaftungsmethoden unterschiedlicher Intensität auf die biologische Vielfalt in Tiefland-Buchenwäldern. Dabei wurden u. a. Bestandstrukturen, | ||
| + | Im Speziellen wird z. B. der Umgang mit durch starkem Wind oder Forsteinwirkungen entstandenen Rissen und Spalten in Stämmen und Ästen erläutert. Diese können sich durch Pilzeintritt zu Mulmhöhlen entwickeln (WINTER ET AL. 2016). Mulmhölen sind Schlüsselelemente für einen großen Artenreichtum im Wald, da sie Lebensraum für viele verschiedene Arten darstellen. Zudem verfügen sie über ein großes Ansiedlungspotenzial z.B. für Urwaldreliktarten (wie der Eremit, eine prioritäre Art nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie). 25% der Arten im Wald sind mit Totholz assoziiert, daher verdienen derartige einen besonderen Erhaltungsaufwand (SCHAUER ET AL. 2016). \\ | ||
| + | Dieses Projekt zeigt, wie sich das BRSC um die Umsetzung der im 15. SDG genannten „Schaffung einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder“ bemüht und einheitliche Standards für die Forstwirtschaft im BR schafft.\\ | ||
| + | Die „Kernzone“ des BRSC soll Raum für eigendynamische Entwicklungsprozesse geben und durch ihren Nationalpark-Charakter besonders dem Schutz und Erhalt der Lebensräume bedrohter Tier- und Pflanzenarten dienen (§4 GVBl.II). Damit erfüllt diese Zone besonders die Ansprüche des Schutzes und der Wiederherstellung von Ökosystemen des 15. SDG. Im Folgenden soll nur ein Beispiel genannt werden, an dem deutlich wird, wie sich das BR um die Umsetzung dieses Zieles bemüht: \\ | ||
| + | Aufgrund der wie bereits erwähnten herausragenden Stellung des BRSC für den Erhalt von Buchenwälder wurde im Juni 2011 von der UNESCO der Buchenwald Grumsin mit 590 ha als Teilgebiet des Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ anerkannt. Er wird seinen natürlichen, | ||
| + | Im BRSC werden 47 FFH-Gebieten auf etwa 49.000 ha Fläche nach der FFH-RL der EU gepflegt. Die gesamte Kern- und Pflegezone sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen (MLUL 2017). Diese Flächen besitzen einen besonders starken Schutzcharakter und verdeutlichen die Wichtigkeit des Naturschutzes im BR. Dennoch gibt es auch hier Defizite bei der Verwirklichung der SDG, wie z. B. Großlandbesitzer, | ||
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| + | ===== Literaturverzeichnis ===== | ||
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| + | BLANKENNAGEL, | ||
| + | BMZ/ | ||
| + | BRITZ, H., DIECKMANN, O., ENGELS, B., FREDE, A., GEISEL, T., GROßMANN, M., KAISER, K., KNAPP, H., LUTHARDT M., SEURING, J., 2015: Weltnaturerbe Buchenwälder. 3. Aufl., Zarbock GmbH & Co. KG: Frankfurt a. M., 27 S.\\ | ||
| + | GRAUMAN, U. ET AL. 2014: Jahresbericht 2013/14 – Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Ministerium für Ländliche Entwicklung, | ||
| + | GVBl.II/ | ||
| + | HAACK, S., 2017: mündliche Mitteilung am 15.11.2017\\ | ||
| + | MLUL/ | ||
| + | Schauer, B., Obermaier, S., Feldhaar, H., 2016: Artenvielfalt, | ||
| + | SPERBER, G., THIERFELDER, | ||
| + | S.TEWKSBURY, | ||
| + | UBA/ | ||
| + | UNESCO (HRSG.) (1996): Biosphärenreservate. Die Sevilla-Strategie und die Internationalen Leitlinien für das Weltnetz. - Bundesamt für Naturschutz, | ||
| + | VON ASTER, E., 2015: Biosphärenreservat – Herpizide in Bio-Fenchel. Online in Internet: URL: www.deutschlandfunk.de/ | ||
| + | A WELTNATURERBE BUCHENWALD GRUMSIN (HRSG.) 2001: Wer ist Grumsin?. Online in Internet: URL: www.weltnaturerbe-grumsin.de/? | ||
| + | B WELTNATURERBE BUCHENWALD GRUMSIN (HRSG.) 2016: Hinweise für einen entspannten Waldgenuss – Wir sind alle Gäste im Wald. Online in Internet: URL: http:// | ||
| + | WINTER, S., BEGEHOLD, H., HERRMANN, M., LÜDERITZ, M., MÖLLER, G., RZANNY, M., FLADE, M. 2016: Praxishandbuch: | ||
