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| + | ====== Beitrag von Biosphärenreservaten zum 8. UN-Nachhaltigkeitsziel ‚gute Arbeitsplätze und nachhaltiges Wirtschaftswachstum‘ ====== | ||
| + | J. Kohse\\ | ||
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| + | ===== 1. Einleitung ===== | ||
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| + | Wir verzeichnen einen weltweiten Waldverlust von rund 13 Millionen Hektar pro Jahr (WWF 2011), 31,4% der weltweiten Fischbestände sind überfischt (FAO 2016) und 18.000 Menschen pro Tag sterben weltweit aufgrund von Luftverschmutzung (DGVN 2016). Trotz dieser enormen Umweltbelastung geht das Weltwirtschaftswachstum zurück (DGVN 2016). Vor diesem Hintergrund wird die Frage nach einer nachhaltigen Wirtschaft immer wichtiger. Erst dieses Jahr aktualisierte Deutschland seine Nachhaltigkeitsstrategie, | ||
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| + | ===== 2. Konzepte und Strategien ===== | ||
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| + | 2004 ergab eine weltweite Umfrage der UNESCO-MAB-Arbeitsgruppe, | ||
| + | ==== 2.1 Tourismus ==== | ||
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| + | Tourismus ist oft eine wichtige ökonomische Basis in ländlich geprägten, strukturschwachen Räumen (NATTERMANN 2006). Um den Tourismus zu fördern, wird versucht, die Attraktivität der BR zu erhalten bzw. zu steigern (ebd.). Dies wird u.a. durch Naturschutzmaßnahmen, | ||
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| + | ==== 2.2 Einzelhandel ==== | ||
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| + | Auch Regionalmarken können nachhaltig zu einem Wirtschaftswachstum beitragen. Sie zeichnen sich durch umweltschonende Produktionsverfahren, | ||
| + | Oft gibt es bereits an die Regionen angepasste traditionelle, | ||
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| + | ==== 2.3 Landwirtschaft ==== | ||
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| + | Auch eine nachhaltige Landwirtschaft hat ökonomische Vorteile. Durch sie können zum einen brachliegende Flächen erschlossen werden, wodurch die Einkommensquellen erhöht werden (NATTERMANN 2006). Zum anderen gelten nachhaltig erzeugte landwirtschaftliche Produkte als qualitativ hochwertiger und können zu höheren Preisen verkauft werden, als die der konventionellen Landwirtschaft (EUROPARC DEUTSCHLAND 2007). Landwirtschaftliche Betriebe stellen zudem eine Besucherattraktion da. Durch die Vermietung von Ferienwohnungen und dem Anbieten von Freizeitaktivitäten auf Bauernhöfen, | ||
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| + | ==== 2.4 Innovation ==== | ||
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| + | Durch die Integration von innovativen Ansätzen können in allen Bereichen neue umweltrelevante Geschäftsfelder und Märkte erschlossen und neue zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen werden (NATTERMANN 2006). Beispiele hierfür sind regenerative Energien und der technische Umweltschutz (ebd.). Gleichzeitig kann durch Innovation und eine angepasste Landnutzung ein Beitrag zum Naturschutz geleistet werden (ebd.). | ||
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| + | ===== 3. Übertragbarkeit ===== | ||
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| + | Nicht außer Acht zu lassen ist bei diesen Ansätzen die Übertragbarkeit auf andere Regionen, denn BR stellen Modellregionen dar. Das bedeutet, die in BR erarbeiteten Konzepte und Strategien sollten auch auf andere, ähnliche Regionen angewand werden können. Es fällt negativ auf, dass die modellhaften Ansätze der Biosphärenreservate hauptsächlich auf den Tourismusbereich und den primären Sektor, insbesondere auf die Land- und Forstwirtschaft, | ||
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| + | ===== 4. Zusammenfassung ===== | ||
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| + | Besonders in den Bereichen des Tourismus, der Landwirtschaft und des Einzelhandels gibt es viele erfolgreiche Konzepte, die zur Schaffung von guten Arbeitsplätzen und einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum beitragen können. Das Ausmaß des Beitrages zur Erreichung dieses Ziels ist allerdings stark von der Übertragbarkeit der in den BR angewandten Konzepte auf andere Regionen abhängig. In Zukunft wird der Fokus stärker darauf gelegt werden müssen, mehr nachhaltige Konzepte und Strategien für den zweiten und dritten Wirtschaftssektor zu entwickeln, da diese eine große Rolle in der Wirtschaft und somit auch in der Erreichung des 8. UN-Nachhaltigkeitsziels spielen. | ||
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| + | ===== Literaturverzeichnis ===== | ||
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| + | EUROPARC DEUTSCHLAND E.V., 2007: Modellregionen von Weltrang- UNESCO Biosphärenreservate. Berlin. Broschüre. 41 S.\\ | ||
| + | GEHRLEIN, U., GRUNZKE, B., STEIMEL, K., KLINKHART, H., 2007: Strategien zur Förderung des nachhaltigen Wirtschaftens in Biosphärenreservaten. Frankfurt/ | ||
| + | NATTERMANN, S., 2006: Nachhaltiges Wirtschaften im Biosphärenreservat Rhön- Evaluierung der wirtschaftlichen Impulse und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Dissertation Universität Hohenheim, 120 S.\\ | ||
| + | SCHALTEGGER, | ||
| + | STATISTA, 2017: Anteil der Wirtschaftssektoren an der Bruttowertschöpfung in Deutschland im Jahr 2016. Online im Internet: URL: https:// | ||
| + | DRUCKREY, F. (2004): Umweltorientierte Unternehmensführung in der Industrie. In: Voller Leben. | ||
| + | Hrsg.: Deutsches MAB-Nationalkomitee. 1. Auflage. Berlin Heidelberg: Springer. S. 119–123\\ | ||
| + | WORLD WILDLIFE FUND (WWF) DEUTSCHLAND, | ||
| + | FOOD AND AGRICULTURE ORGANIZATION OF THE UNITED NAIONS (FAO), 2016: The State of World Fisheries and Aquaculture. Rom. 200 S.\\ | ||
| + | DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR DIE VEREINTEN NATIONEN E.V. (DGVN), 2016: Handels- und Entwicklungsbericht 2016. Kurzbericht. Berlin. 32 S.\\ | ||
| + | DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR DIE VEREINTEN NATIONEN E.V. (DGVN), 2016: Bericht über die menschliche Entwicklung 2016. Kurzbericht. Berlin. 32 S.\\ | ||
| + | KRAUS, F., MERLIN, C., JOB, H., 2014: Biosphere reserves and their contribution to sustainable development– Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie 58: 164-180.\\ | ||
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